Ein äthiopisches Sprichwort sagt “Wenn dir dein Päckchen zu schwer erscheint, versuche das deines Nachbarn zu tragen”
Viele Menschen beklagen sich über die Umstände ihres Daseins und man könnte sagen, je weiter ein Mensch von Gott entfernt ist, desto mehr beklagt er sich. Wer aber humble, also bescheiden und demütig ist, versucht, die reale Lage in der er ist, zu erfassen. Und er hat Verständnis für andere. Hierzu eine kleine Geschichte:
Ein Blinder organisierte sich ein Taxi und wurde in die gewünschte Richtung gefahren. Dem Fahrer tat er leid und so erkundigte er sich, ob der Blinde schon immer blind war oder das durch einen Unfall passiert ist. Sie kamen ins Gespräch und der Blinde sagte “Es ist gut, dass die Leute Mitgefühl haben für meine Lage; aber steht mir denn all das Mitgefühl zu? Mir kann man ansehen, was meinem Leben Probleme macht, aber anderen Menschen kann man es nicht ansehen. Vielleicht benötigen sie ebensoviel Mitgefühl”. “Oh ja” sagte daraufhin der Taxifahrer und erzählte dem Blinden, dass er mitansehen musste, wie seine gesamte Familie vor seinen Augen umgebracht wurde.
Der Taxifahrer war noch nie nach seinen Lebensumständen gefragt worden.
Man kann sicher darüber sein, dass auch Menschen, die nach außen “normal und gesund” erscheinen, ihre Geschichte haben und womöglich ein viel schwereres Päckchen tragen als man selbst. Das sollte man bedenken, bevor man mal wieder über die eigene Lage jammert.
Und der Weg des Rastas führt weit fort vom Jammern, denn InI sehen den täglichen Segen und Gaben JAHs mit immer offeneren Augen. Auf diesem Weg werden die Klagen immer kleiner, die Dankbarkeit und die Works für JAH aber immer größer. Dadurch können wir irgendwann tatsächlich die Last unseres Nachbarn tragen. Nicht mehr zum Vergleich, sondern zur Hilfe, wie ER es geboten hat: Einer trage des anderen Last. Mit Seiner Hilfe werden wir es können.
Einen gesegneten Sabbat wünsche ich euch!
Sister Ifua