Das Wort für den Sabbat: 31.07.2010/24.11.2002

Erstellt von adilisha am 30.07.2010 | Das Wort für den Sabbat |

“LE NOM DU SEIGNEUR SOIS LOUÉ À CHAQUE HEURE”

Dieser Vers des Chants “Simu lezelalem buruk yihonal” (Sabbatwort vom 20.02.2010/13.06.2002) entstand, thanks to JAH, vor einer Woche auf dem Earthday Gathering in der Schweiz. Ich bat die französischen brethren und sistren nach einer Entsprechung in ihrer Sprache. Heraus kam ein schöner Vers, der sich auch noch reimte, im Gegensatz zum amharischen Original. Allerdings ist die Übersetzung nicht haargenau; zugunsten des Reimes und der Silbenzahl haben wir darauf verzichtet. Nun sagt der Satz aus, dass der Herr “jede Stunde” gepriesen sein soll, anstatt “für immer” wie es der Bibelvers vorgibt.
Das ließ mich einmal wieder darüber nachdenken: Wie oft am Tage soll man JAH preisen? Was sind die Empfehlungen und Traditionen anderer Gemeinschaften?
Die Juden beten dreimal am Tag, die Muslime fünfmal, die sehr orthodoxen Äthiopier siebenmal. Für Letzteres gibt es einen Hinweis in der Bibel in Psalm 119, 164: ” Ich lobe dich des Tages siebenmal um deiner gerechten Ordnungen willen”.
Die Siebenzahl ist besonders heilig, aber auch sie war einst einem König nicht genug. Er überlegte, Gott sei doch SO groß, dass Er mindestens jede Stunde gelobt werden müsse. Mit dieser Frage löcherte der König nun seinen spirituellen Berater, einen sehr weisen Mann. Der war der Meinung, dass eine geringere Anzahl durchaus ausreiche, wenn sie nur von Herzen käme. Der König bestand aber auf seiner Meinung und so bot sich der Weise eine Nacht “zum Nachdenken” aus. Am nächsten Morgen erschien er bereits im Dämmerlicht beim König, als dieser sich gerade angekleidet hatte. “Es lebe unser König!” rief der weise Mann und der Begrüßte freute sich. Als der König eben sein Frühstück beendet hatte, erschien zum zweiten Mal der weise Berater und rief:”Es lebe unser König! Gott schenke ihm Gesundheit!”. Der König war erfreut von so viel Wohlwollen seines Untertanen und strahlte übers ganze Gesicht. Noch wärend der König seine erste Besprechung mit einem Fürsten abhielt, kam der Weise Mann ein weiteres Mal vorbei und verkündete: “Es lebe unser König! Gott gebe ihm Weisheit zu seiner Regierung!”. Diesmal nickte der König nur und fuhr in seiner Arbeit fort.
Als der Weise an diesem Tag das zehnte Mal beim König vorbei kam um diesen hoch zu loben, fuhr der ihn an:” Was soll das?!? Glaubst du, ich habe gar nichts anderes zu tun, als DICH ständig anzuhören??” Da lächelte der Weise und sagte:”Seht Ihr, so geht es Gott auch, wenn Er aus Nichtigkeiten oder falschem Pflichtgefühl im Übermaße angerufen wird!”
Der König verstand, und war ein weiteres Mal dankbar für einen so weisen Berater.

Es kommt nicht notwendigerweise auf eine bestimmte Anzahl von Gebeten pro Tag an; vielmehr ist es von Bedeutung, ob sie einen Grund und ein bewegtes Herz haben. Dann erst kann Kommunikation mit Ihm entstehen, und am besten ist es – wie in Rastafari angestrebt – sich mit JAH in einem “steady flow”, einem ständigen Fluss der Kommunikation zu befinden. Das nennen wir “to be inna Ites” (heights) und das wünschen wir allen Menschen. Denn wäre dies der Fall, würde sich die Erde sofort in einem friedlichen Zustand befinden.

Gesegneten Sabbat!

Sister Ifua

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